Böschungen + Geländesprünge
 Böschungen
Böschungsrutschung
Übersteile Böschungen 
 Stützwände
Schwergewichtswände
Winkelstützwand
eingespannten Stützwände
verankerten Stützwände
 Ufereinfassungen
verankerte Spundwände
Pfahlrostbauwerke
 Aufgelöste Stützbauwerke
Raumgitterkonstruktionen  
Bewehrte Erde
Bodenvernagelung  
Böschungen

Die Standsicherheit einer Böschung hängt von der Geometrie, der Bodenart, der Schichtung, den Auflasten und vom Grundwasser ab. Grundwasser und Auflasten wirken sich ungünstig aus; Bermen, das sind waagerechte Unterbrechungen der Böschung, erhöhen dagegen die Standsicherheit.

Bei gleichen Randbedingungen können bindige Böden im allgemeinen wesentlich steiler geböscht werden als nichtbindige Sande und Kiese. Das liegt an der Kohäsion, die einen maßgeblichen Einfluß auf die Standsicherheit hat. Die Kohäsion und mit ihr die Standsicherheit einer Böschung in bindigem Boden nehmen mit der Konsistenz erheblich zu.

böschfels.jpg (49925 Byte)böschfels1.jpg (34373 Byte) bö3.jpg (102982 Byte)
Böschungsrutschung

Im folgenden Bild ist die Auswirkung eines Geländebruchs zu sehen. Die Zeichnung zeigt den Querschnitt durch den Hang vor und nach der Rutschung. Im vorliegenden Fall sollte eine Straße ausgebaut und begradigt werden. Dazu war ein Hangeinschnitt erforderlich. Erst nach Fertigstellung der Tragschicht der Straße kam es zu der Rutschung. Einen maßgebenden ungünstigen Einfluß hatte hier das Wasser.

 

bild_1_2.gif (35242 Byte) böru8.jpg (74595 Byte)

 

 

böru1.jpg (85389 Byte)böru2.jpg (99363 Byte) böru3.jpg (79290 Byte)böru5.jpg (84424 Byte)
böru6.jpg (97416 Byte)böru7.jpg (101575 Byte) böschsan3.jpg (51172 Byte)
 

 

böschsan4.jpg (61430 Byte) bö1.jpg (59760 Byte)
bö2.jpg (77469 Byte)böru4.jpg (113514 Byte) böschsan1.jpg (60820 Byte)böschsan2.jpg (73232 Byte)
Übersteile Böschungen -> Geotextielbewehrte Erde

 

 
Stützwände
Stützwände dienen dazu, Geländesprünge zu sichern. Im wesentlichen sind folgende Bauweisen üblich:
Schwergewichtswände wirken allein durch ihr Eigengewicht. Der Nachteil dieser Konstruktion liegt in dem hohen Materialaufwand. Aush1_6.jpg (329708 Byte)
Bei der Winkelstützwand ist eine starke Biegebewehrung erforderlich, wobei die Betonmengen sichtlich geringer sind. Das liegt daran, daß der über dem waagerechten Schenkel liegende Boden durch sein Gewicht erheblich zur Standsicherheit beiträgt. bild_1_3.gif (33846 Byte)
Bei den im Boden eingespannten Stützwänden, die als Spundwand, Bohrpfahlwand oder Schlitzwand ausgeführt sein können, wird ausschließlich der Erdwiderstand zur Stützung herangezogen. Die zu erwartenden Kopfbewegungen sind durch eine entsprechende Neigung der Wand auszugleichen.
Die verankerten Stützwände lassen sich besonders wirtschaftlich herstellen. Die Anker sind jedoch in der Regel auf Dauer zu überwachen.  
 
 


 

Rutschen einer Winkelstützwand - Sanierung
       
In den Bildern links und rechts ist die Auswirkung eines Versagens (Gleiten und Kippen) einer Winkelstützwand zu sehen.  
Die gemessenen Horizontalverformungen der einzelnen Meßstellen am Mauerkopf sind in der folgenden Grafik aufgetragen.
 
 

Die Zeichnung zeigt den Querschnitt durch den Hang mit der Sanierung durch eine Rückverankerung.

Durch die höher als der Schwerpunkt der Erddruckresultierenden liegenden Ankerkraft, wird die talseitige Kantenpressung vermindert und die Kippneigung reduziert.

 


 
Ufereinfassungen

Für Kanäle, Schleusen und Hafenanlagen benötigt man Stützbauwerke, die oft große Höhenunterschiede bewältigen und außerdem noch wegen der Gefahr der Kolkbildung tief in den Untergrund einbinden müssen. Man kann im Grundsatz zwei Ausführungen unterscheiden:

Einfache, einmal verankerte Spundwände (siehe Zeichnung) eignen sich vor allem dann, wenn Setzungen des Bodens infolge Spundwandbewegungen oder -durchbiegungen oder infolge von Konsolidierungsvorgängen vorhandene Anlagen oder Einrichtungen nicht gefährdet. bild_1_4.gif (30237 Byte)
Pfahlrostbauwerke  sind dann zweckmäßig, wenn unmittelbar hinter der Wand Bauwerke stehen oder Krananlagen angeordnet sind, die keine größeren Setzungen vertragen. Aush1_7.jpg (365682 Byte)
 
Aufgelöste Stützbauwerke
Der Gedanke, wie bei der Winkelstützwand das Gewicht des Bodens für die Stützung eines Geländesprunges zu nutzen, gleichzeitig aber die Stützwand selbst in kleine tragende Elemente aufzulösen, hat zur Entwicklung von neuen Stützwandformen geführt:

 

Bei den Raumgitterkonstruktionen werden balkenförmige Betonfertigteile aufgestapelt und die entstehenden Hohlräume mit Boden verfüllt.
Beim System Bewehrte Erde (siehe Zeichnung) werden Außenhautelemente aus Stahlbeton (siehe Bild) oder oder Stahlblech aufeinandergesetzt und durch Bewehrungsbänder nach hinten verankert. Der Boden wird, dem Aufbau der Außenhautelemente folgend, lagenweise eingebracht und verdichtet.

Beim System Geotextielbewehrte Erde (siehe Sonderseite) werden als Bewehrung Geokunststoffe als Bewehrungselemente verwendet. Überwiegend ist hier die Böschungsoberfläche geneigt. 

bild_1_1.gif (31605 Byte)Aush1_8.jpg (267639 Byte)
Bei der Bodenvernagelung wird der Boden von oben nach unten abschnittweise freigelegt und mit baustahlbewehrtem Spritzbeton abgedeckt. Dieser wiederum wird mit zahlreichen kurzen Fels- bzw. Erdankern, sogenannten Nägeln, mit dem anstehenden Boden zu einer Einheit verbunden.
Nach oben

 

 


Copyright © 2000 Baugrundingenieure BGI 
Stand: 09. Oktober 2002