Wussten Sie schon ?
 

Recht / Urteile

Wichtig für Architekten

Das OLG Hamm hat in seiner Entscheidung vom 21. Mai 1997 - 12 U 150196 - folgende grundsätzlichen Feststellungen zur Erforderlichkeit eines Baugrundgutachtens  gemacht:

"Es ist anerkannt, daß zu den Hauptpflichten des Architekten in der mit der Grundlagenermittlung beginnenden Planungsphase u.a. gehört, die Eignung des Baugrundes für das Bauvorhaben zu prüfen oder prüfen zu lassen und den Bauherrn entsprechend zu beraten.

Dabei handelt es sich um eine wesentliche und zentrale Vertragspflicht des Architekten im Rahmen der Leistungsphase 1, deren Verletzung zur Schadensersatzpflicht gemäß § 635 BGB führen kann."

Quelle: VBI NACHRICHTEN 12/97

 

Architektenhaftung wegen unzureichender Abdichtung

Das OLG Düsseldorf hat am 20. August 2001 - 23 U 191100 - Folgendes festgestellt:

1. Der Architekt schuldet eine Planung, die unter Erforschung der konkreten Boden- und Wasserverhältnisse durch ein im Leistungsverzeichnis detailliert, sollständig und nicht auslegungsbedürftig zu beschreibendes, in sich schlüssiges Abdichtungskonzept eine funktionstaugliche Abdichtung der unterirdischen Teile des Baukörpers gegen Grundwasser, Erdfeuchtigkeit und Oberflächenwasser gewährleistet.

2 Hierzu gehört neben der notwendigen Erforschung des Baugrundes auf bisherige bzw. zukünftig zu erwartende Grundwasserstände auch die Prüfung, ob und in welchem Umfang die Versickerungsfähigkeit des Baugrundes durch wasserundurchlässige, bindige / lehmhaltige Bodenschichten eingeschränkt ist und die Gefahr von Schichten- /Stauwasser besteht.

3. Ein Hinweis des Architekten an den Bauherrn darf sich nicht auf die Erforderlichkeit eines Baugrundgutachtens beschränken und muss auch den besonderen Grund dessen Erforderlichkeit beschreiben.

4. Die planerische Darstellung des schadensträchtigen Details der Bauwerksabdichtung mit einer Dickbeschichtung muss dem ausführenden Unternehmer zweifelsfrei verdeutlichen, welche Anforderungen die Dickbeschichtung erfüllen muss. Angaben zu deren Stärke und zum entsprechenden Materialverbrauch sind - entsprechend der konkret bestehenden Wasserlast - jedenfalls dann erforderlich, wenn eine Abdichtung gegen Bodenfeuchtigkeit geringere Stärken erlaubt.

5. Auch horizontale und vertikale Drainagemaßnahmen bedürfen einer in sich schlüssigen Detailplanung mit planerischen Angaben zu Höhenlage, Gefälle, Revisions- /Sammelschächten, Schutzmaßnahmen vor Verschlammung, Materialien zur Wiederverfüllung des Arbeitsraums, Versickerung bzw. Entsorgung des anfallenden Drainagewassers einschließlich Prüfung der Genehmigungspflicht.

Quelle: VBI Nachrichten 6/2002

 

Nach oben

 

 


Copyright © 2000 Baugrundingenieure BGI 
Stand: 02. Oktober 2002